Erklärung zur Barrierefreiheit schreiben: Schritte und Beispiel
Erstellen Sie eine klare Erklärung zur Barrierefreiheit mit den richtigen Abschnitten, einem praktischen HTML-Beispiel und echten Ergebnissen von Ihrer Website.
Wer braucht eine Erklärung zur Barrierefreiheit?
Websites und mobile Anwendungen öffentlicher Stellen in Belgien müssen eine Erklärung zur Barrierefreiheit bereitstellen. Sie beschreibt, wie barrierefrei die Website ist, welche Probleme noch bestehen, welche Alternativen es gibt und wie Besucher eine Rückmeldung geben können.
Auch Unternehmen können verpflichtet sein, über die Barrierefreiheit bestimmter Dienstleistungen zu informieren. Welche Regeln genau gelten, hängt von der Dienstleistung, der Organisation und möglichen Ausnahmen ab. Die Erklärung für den öffentlichen Sektor ist daher nicht automatisch das richtige rechtliche Vorbild für jedes Unternehmen. Nutzen Sie diese Anleitung als praktischen Ausgangspunkt und lassen Sie Ihre rechtliche Lage bei Bedarf prüfen.
Diese Anleitung geht von der Rechtslage in Belgien aus. Andere EU-Länder wie Deutschland und Österreich setzen dieselben EU-Richtlinien mit eigenen Gesetzen um. Prüfen Sie deshalb, welche Regeln in Ihrem Land gelten.
Die Erklärung Schritt für Schritt schreiben
Den Geltungsbereich festlegen
Nennen Sie genau die Website, die App oder den digitalen Dienst, für den die Erklärung gilt. Schreiben Sie getrennte Erklärungen, wenn verschiedene Websites oder Apps unterschiedlich barrierefrei sind.
Die Website prüfen
Kombinieren Sie eine automatische Prüfung mit Prüfungen von Hand, etwa zur Bedienung mit der Tastatur, zur Vergrößerung, zu Formularen und mit gängigen Hilfsmitteln wie Screenreadern. Halten Sie fest, welche Seiten, Vorlagen und Funktionen Sie geprüft haben. Eine automatische Prüfung allein kann nicht belegen, dass alle Anforderungen erfüllt sind.
Den Stand ehrlich angeben
Geben Sie an, ob die Website mit den geltenden Anforderungen vollständig, teilweise oder nicht vereinbar ist. Wählen Sie „vollständig vereinbar“ nur, wenn eine ausreichend gründliche Prüfung das stützt. Beschreiben Sie den Standard und die Prüfmethode, ohne mehr Gewissheit zu behaupten, als Ihre Arbeit hergibt.
Nicht barrierefreie Inhalte beschreiben
Ordnen Sie konkrete Probleme in Gruppen und beschreiben Sie sie in verständlicher Sprache. Erklären Sie, wo sie auftreten, wen sie betreffen können und, falls bekannt, welches Kriterium nicht erfüllt ist. Kopieren Sie nicht Hunderte Zeilen technischer Details in die Erklärung: Verlinken Sie den Bericht und fassen Sie die wichtigsten Muster zusammen.
Alternativen und einen Verbesserungsplan nennen
Erklären Sie, wie Menschen die Informationen oder den Dienst in der Zwischenzeit auf anderem Weg erhalten. Nennen Sie, wer für die Behebung zuständig ist, und geben Sie einen realistischen Zieltermin an. Sagen Sie ehrlich, wenn es noch keine Alternative oder keinen Termin gibt.
Wege für Rückmeldungen und Beschwerden angeben
Bieten Sie einen barrierefreien Kontaktweg an, über den man ein Problem melden oder Informationen in einem anderen Format anfordern kann. Öffentliche Stellen sollten außerdem das geltende Beschwerde- und Durchsetzungsverfahren nennen.
Die Seite veröffentlichen und aktuell halten
Veröffentlichen Sie die Erklärung als normale HTML-Seite, verlinken Sie sie gut sichtbar in der Fußzeile und nennen Sie das Datum der Erstellung und der letzten Überarbeitung. Aktualisieren Sie sie nach einer Prüfung, nach einer größeren Änderung oder wenn ein Problem mit der Barrierefreiheit behoben ist.
Was sollte darin stehen?
- Die Organisation und genau die Website, App oder Dienstleistung, für die die Erklärung gilt.
- Der Stand der Vereinbarkeit und der zugrunde gelegte Standard oder die rechtlichen Anforderungen.
- Die Prüfmethode, der geprüfte Umfang, das Datum und, falls vorhanden, ein Link zum Bericht.
- Eine konkrete Liste nicht barrierefreier Inhalte und der betroffenen Kriterien.
- Verfügbare Alternativen und ein glaubwürdiger Verbesserungsplan.
- Kontaktdaten, um Probleme mit der Barrierefreiheit zu melden.
- Das Beschwerde- und Durchsetzungsverfahren, sofern es gilt.
- Das Datum, an dem die Erklärung erstellt und zuletzt überprüft wurde.
Kurzes HTML-Beispiel
Nutzen Sie dies als redaktionellen Ausgangspunkt. Ersetzen Sie alles in eckigen Klammern und passen Sie die rechtlichen Formulierungen an Ihre Organisation an. Veröffentlichen Sie keinen Stand der Vereinbarkeit, den Ihre Prüfung nicht stützt.
<main>
<h1>Erklärung zur Barrierefreiheit</h1>
<p>[Organisation] möchte [Website oder Dienst] für alle barrierefrei zugänglich machen.</p>
<h2>Geltungsbereich dieser Erklärung</h2>
<p>Diese Erklärung gilt für [vollständige URL oder Anwendung].</p>
<h2>Stand der Vereinbarkeit mit den Anforderungen</h2>
<p>[Vollständig / Teilweise / Nicht] vereinbar mit [geltender Norm].</p>
<h2>Nicht barrierefreie Inhalte</h2>
<ul>
<li>[Problem, Stelle, Auswirkung und, falls bekannt, Kriterium]</li>
</ul>
<h2>Alternativen und Verbesserungsplan</h2>
<p>[Barrierefreie Alternative, geplante Behebung und Zieltermin]</p>
<h2>Erstellung dieser Erklärung</h2>
<p>Erstellt am [Datum] nach [interner/externer und vereinfachter/ausführlicher Prüfung].</p>
<h2>Rückmeldung und Kontakt</h2>
<p>Melden Sie ein Problem über [barrierefreien Kontaktweg].</p>
<h2>Beschwerdeverfahren</h2>
<p>[Interne Beschwerdestelle und zuständige Durchsetzungsstelle]</p>
<p>Zuletzt überprüft am [Datum].</p>
</main>Mit echten Ergebnissen von Ihrer Website beginnen
Eine erste Prüfung hilft, wiederkehrende technische Probleme zu erkennen, und macht den Abschnitt „Nicht barrierefreie Inhalte“ konkret. Behandeln Sie die Ergebnisse als Bestandsaufnahme, nicht als fertige Aussage darüber, ob Ihre Website die Anforderungen erfüllt. Ergänzen Sie sie durch Prüfungen von Hand und Ihr redaktionelles Wissen über die Website.
Was eine automatische Prüfung nicht entscheiden kann
Die Prüfung kann nicht allein entscheiden, ob Ihre Website die Anforderungen vollständig erfüllt, ob eine Alternative wirklich nutzbar ist oder ob ein Beschwerdeverfahren rechtlich korrekt ist. Sie findet auch nicht jedes Problem bei der Bedienung mit der Tastatur, der Verständlichkeit, bei Videos, Dokumenten oder Hilfsmitteln wie Screenreadern. Lassen Sie die fertige Erklärung von jemandem prüfen, der die Website, ihre Besucher und den geltenden Rechtsrahmen kennt.
Häufige Fragen
- Ist eine Erklärung zur Barrierefreiheit Pflicht?
- Für Websites und mobile Anwendungen öffentlicher Stellen in Belgien ist sie Pflicht. Für Unternehmen können je nach ihren Dienstleistungen andere Pflichten zur Barrierefreiheit und zur Information gelten. Prüfen Sie deshalb, welcher Rechtsrahmen für Ihre Organisation gilt.
- Reicht eine automatische Prüfung aus?
- Nein. Eine automatische Prüfung findet häufige technische Muster, kann aber weder vollständige Barrierefreiheit noch die Einhaltung gesetzlicher Vorgaben beweisen. Kombinieren Sie automatische Ergebnisse mit Prüfungen von Hand und einer Durchsicht von Inhalten und Abläufen.
- Darf ich schreiben, dass meine Website die Anforderungen vollständig erfüllt?
- Nur, wenn eine ausreichend gründliche Prüfung diesen Schluss stützt. Solange bekannte Probleme bestehen, ist „teilweise vereinbar“ mit einer konkreten Liste, Alternativen und einem Verbesserungsplan meist ehrlicher und hilfreicher.
- Wie oft sollte ich die Erklärung aktualisieren?
- Überprüfen Sie sie regelmäßig und immer dann, wenn eine Prüfung, eine größere Änderung der Website oder ein behobenes Problem den beschriebenen Stand verändert. Nennen Sie immer das Datum der letzten Überarbeitung.
Offizielle Quellen und Hilfsmittel
- Belgian Web Accessibility: Was ist eine Erklärung zur Barrierefreiheit?
- BOSA-Assistent für Erklärungen zur Barrierefreiheit belgischer öffentlicher Stellen
- Europäische Mustererklärung für Websites des öffentlichen Sektors (auf Englisch)
- Europäischer Rechtsakt zur Barrierefreiheit, Richtlinie (EU) 2019/882
Auch verfügbar auf English, Nederlands, Français